Und sie sägten an den Ästen,
auf denen sie saßen und schrieen sich zu ihre Erfahrungen,
wie man besser sägen könne
und fuhren mit Krachen in die Tiefe
und die Ihnen zusahen beim Sägen
schüttelten die Köpfe
und sägten kräftig weiter.

Bert Brecht

intro
ukw3
archiv
impressum
kontakt

 

Fakten      


Fakten new
20. Mai 2007
Umwelt, Klimaverschiebung
Ist die US-Golfküste ein Opfer der globalen Erwärmung?
Klimakonferenz, Glashaus-Atmosphäre
Treibhauseffekt
CO2-SPEICHER MEER Klimawandel verstärkt sich selbst

Menschheit muss Trendwende bis 2020 schaffen

Umwelt, Klimaverschiebung
Regionale Klimaverschiebung: Artenvielfalt von Meerestieren verringert sich An der Küste von Kalifornien untersuchten Wissenschaftler Muschelbänke und stellten fest, dass die so genannte Biodiversität innerhalb 40 Jahren dramatisch zurück ging. Um 60 Prozent verringerte sich die Anzahl der Lebewesen in den Muschelbänken.
Seit den 60er Jahren wurden dort alle zehn Jahre Proben entnommen. 141 Arten sind an einer besonders betroffenen Stelle verschwunden. Zwischen 24 und 81 Prozent nahm der Artenreichtum an anderen Entnahmestellen ab.
Die Verschiebung des Klimas und die damit verbundene Erwärmung der Wasseroberfläche in dieser Region könnte für diese Entwicklung verantwortlich sein. Damit wäre es erstmals nachgewiesen, dass die globale Erwärmung zum Artensterben beiträgt.

Quelle: derstandard.at


Ist die US-Golfküste ein Opfer der globalen Erwärmung?
Während die Flüchtlinge an der amerikanischen Golfküste in ihren Autos festsaßen, mit denen sie dem bereits zweiten katastrophalen Hurrikan in nur einem Monat davonfahren wollten, hatten sie jede Menge Zeit, sich Gedanken darüber zu machen, wer schuld an diesen gigantischen Unwettern sein könnte. Viele hielten die Größe und Gewalt der Wirbelstürme "Katrina" und "Rita" für ein direktes Resultat der globalen Erwärmung.

Der Klimaforscher Kerry Emanuel vom MIT sieht das allerdings anders: Es wäre falsch, meint er, die Zerstörungskraft eines einzelnen Hurrikans mit der längerfristigen Klimaverschiebung zu erklären. Alle bislang verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den Sturmschäden in Texas, Louisiana, Mississippi und Alabama sprächen eher für einen Zufall.

Der Grund: Es gibt schlicht und ergreifend zu wenige Beispiele für katastrophale Wirbelstürme an der US-Küste, um einen statistischen Trend auszumachen, sagt Emanuel. "Es wäre dementsprechend absurd, das Katrina-Desaster direkt mit der globalen Erwärmung in Verbindung zu bringen", schrieb er in diesem Monat auf seiner Website.

Der Professor am Institut für Erd-, Atmosphären- und Planetenwissenschaften des MIT glaubt allerdings auch, dass es beängstigende Anzeichen einer Verbindung zwischen der globalen Erwärmung und der Intensität von Wirbelstürmen gibt - herauszulesen aus den meteorologischen Aufzeichnungen der letzten Jahre.

Die durchschnittliche Stärke tropischer Wirbelstürme (also Hurrikane, Taifune und Zyklone) hat sich in den letzten Jahrzehnten zumindest im Nordatlantik und Nordpazifik stark erhöht. Die Zunahme an Intensität wird zudem mit Veränderungen in der Oberflächentemperatur der Meere in Verbindung gebracht, über denen tropische Wirbelstürme entstehen. Mit anderen Worten: Je stärker die Wassertemperatur steigt, desto größer und beschleunigter ist die Energie der Stürme,.

Die Meerestemperatur stieg in letzter Zeit deutlicher, als sie sank. Emanuels Untersuchung der Stürme über dem Nordatlantik und Nordpazifik in den letzten 50 Jahren zeigt außerdem einen deutlichen Anstieg der Intensität tropischer Wirbelstürme: "Das hat drastische Auswirkungen. Die Stürme sind in den letzten 30 Jahren 50 bis 80 Prozent stärker geworden."

Emanuel publizierte seine Erkenntnisse im Wissenschaftsblatt "Nature" (Ausgabe vom 4. August). Sie werden seither heiß debattiert. Politiker und Experten nutzten sie als eine Art Beweis, dass die globale Erwärmung beginnt, tatsächlich erste Auswirkungen zu haben. Einige von Emanuels Kollegen aus der Wissenschaft sind skeptischer. Trotz ähnlicher Erkenntnisse[1], die eine Gruppe von Forschern von der Georgia Tech-Universität und dem amerikanischen National Center for Atmospheric Research in "Science" (Ausgabe vom 16. September) publizierten, halten zumindest vereinzelte Klimaforscher Emanuels Ergebnisse für fragwürdig. So sei beispielsweise die Identitätszunahme bei den tropischen Wirbelstürmen überraschend. Diese tauchten in bisherigen Klimatheorien und Computermodellen nicht auf.

Ironischerweise wollten Emanuel und seine Forschergruppe am MIT jedoch gar keine Debatte lostreten, als sie damit begannen, die Sturmdaten der nördlichen Hemisphäre zu analysieren. Sie nutzten die unter Meteorologen vielfach verwendete Datenbank des Hadley Center für Klimavorhersage und Klimaforschung in Großbritannien. Emanuel wollte ursprünglich herausfinden, wie die oberen Schichten des Ozeans Wärme von den niederen Erdbreitengraden zu den höheren Erdbreitengraden transportieren.

"Das Meer transportiert zwischen einem Viertel und einem Drittel der Wärme zwischen niederen und höheren Breitengraden, die Atmosphäre trägt den Rest. Der Ablauf im Meer ist dabei aber ein ganz anderer als in der Atmosphäre. Wir wissen seit Jahren, dass es zu einer Vermischung der oberen Ozeanschichten kommt. Wir kennen aber den Auslöser noch nicht", sagt er.

Emanuel testete daher die Theorie, ob die tropischen Wirbelstürme verantwortlich sein könnten. "Sollte das stimmen, würde die Varianz bei den Wirbelstürmen mit der Varianz der Oberflächentemperatur des Meeres zusammenhängen." Er entschied sich also dafür, die Stärke der Tropenzyklonen zu messen, nicht aber ihre Frequenz.

"Global betrachtet gibt es pro Jahr ungefähr 90 solcher Stürme. Die Zahl zeigt keinen bestimmten Langzeittrend, auch wenn sie variabel zu sein scheint. Wir entwickelten einen Weg, die Intensität der Stürme zu messen. Sie setzt sich aus Windgeschwindigkeit und Dauer zusammen."

Emanuel setzte aus zwei Gründen auf diesen Messwert: Einerseits konnte er so zuvor unentdeckte Klimatrends feststellen, andererseits ist die Intensität ein guter Indikator für den Schaden, den ein Hurrikan anrichten kann. (Ein Sturm der Kategorie 5 ist an Land deutlich gefährlicher als Dutzende Stürme der Kategorien 2 und 3.)

Emanuel Messwert, den er "Stärkeableitungsindex" taufte, berechnet sich anhand der Windgeschwindigkeiten eines Wirbelsturms, die von Satelliten, Flugzeugen, Schiffen und Stationen an Land beobachtet werden können. Mit dem Index ließen sich die Wetterdaten aus der Hadley-Datenbank durch eine ganz neue Brille sehen. Anfangs suchte Emanuel nach Anzeichen klassischer Klimasignale, etwa die beim Wetterphänomen El Nino auftretenden Wassertemperaturschwankungen des Ozeans. Er entdeckte sie in den Daten, fand dann aber auch den drastischen Anstieg in der Stärke der tropischen Wirbelstürme, der parallel zur Erwärmung der Oberflächentemperatur des Meeres verlief.

"Die Hadley-Datenbank existiert seit langer Zeit. Doch niemand schaute sie auf die Art an, wie wir das taten", sagt Emanuel. "Das passiert in der Wissenschaft häufiger. Das Ozonloch in der Antarktis hätte man aus diesen Daten vor Jahren herauslesen können, aber es hat sich niemand dafür interessiert." Das Ergebnis seiner Arbeit begeisterte Emanuel: Es untermauerte seine Theorie, das tropische Wirbelstürme dazu beitragen, das Ozeanwasser zu vermischen und damit die Wärme um den Globus zu transportieren.

Doch aus Emanuels Forschung ergab sich auch noch eine ganz andere Interpretation: Nachrichtensites und Weblogs im Internet waren schnell voll mit Meldungen, dass Emanuels neu entdeckte Daten ein Beweis für die globale Erwärmung sein könnten, die die US-Regierung so lange ignoriert hatte.

Politiker wie der frühere Präsidentschaftskandidat Al Gore und sogar Wissenschaftler wie Sir John Lawton, Vorsitzender der Königlichen Kommission gegen Umweltverschmutzung in Großbritannien, warnten öffentlich vor dem Effekt der globalen Erwärmung auf die Ozeane, was zu weiteren massiven Stürmen wie Katrina und Rita führen könnte.

"Das Ganze sieht mir mehr und mehr nach einem schlagenden Beweis aus", sagte Sir Lawton mit Blick auf Emanuels Ergebnisse und die Georgia-Tech-Studie in "Science". "Ich glaube, der Rückschluss, dass die vom Menschen geschaffene globale Erwärmung die Meerestemperaturen erhöht und es dadurch zu immer massiveren Wirbelstürmen kommt, ist durchaus angemessen."

Seit der "Nature"-Artikel erschien, ist MIT-Forscher Emanuel ein gefragter Mann - bei Journalisten, Politikern und auch anderen Forschern. Erstaunlich: Kaum einer versucht, ihn nach seiner Meinung zum Klimawandel zu befragen. Niemand wolle von ihm wissen, sagt er, wie viel der globalen Erwärmung hausgemacht sei und was man dagegen tun könne. "Die meisten Leute wollen den wissenschaftlichen Aspekt meiner Arbeit kennen lernen und erfahren, was ich überhaupt meine. Wenn diejenigen, die mich kontaktieren, eine politische Agenda haben, dann verstecken sie sie gut."

Wären da nicht die vielen Kommentatoren, die sich nie mit ihm unterhalten haben. "Diejenigen, die meine Forschungsergebnisse politisieren, machen dies hinter meinem Rücken. Möchtegernexperten, die in Blogs und Zeitungskommentaren schreiben, wollen die Wahrheit nicht erfahren." Sie bräuchten wissenschaftliche Ergebnisse, um ihre Ziele voranzutreiben.

Von Wade Roush; Übersetzung: Ben Schwan
Technology Review


Klimakonferenz, Glashaus-Atmosphäre Treibhaus effekt



Der Treibhauseffekt

18. Juli 2001
Ohne den Treibhauseffekt wäre es auf der Erde im Mittel rund minus 20 Grad Celsius kalt. Denn die Atmosphäre mit ihren verschiedenen Bestandteilen wirkt ähnlich wie die Glasscheiben eines Treibhauses und heizt die Erde auf eine Durchschnittstemperatur von 15 Grad Celsius am Erdboden.

Sonnenstrahlen (vor allem sichtbares Licht und ultraviolette Strahlung) fallen auf die Erde, werden zum Teil vom Erdboden aufgenommen und in Wärme umgewandelt. Die Wärme und das direkt reflektierte Licht würden ohne den Treibhauseffekt zurück in den Weltraum gestrahlt. Die Atmosphäre hält aber - in ähnlicher Weise wie die Glasscheiben - einen Teil dieser Strahlung auf und strahlt ihn ihrerseits zurück auf die Erde. Außerdem wandelt auch sie die einfallende Strahlung in Wärmestrahlung um.

Der menschgemachte Treibhauseffekt

Der menschgemachte Treibhauseffekt

Auf der Erde wird es wärmer

Der Mensch verstärkt den natürlichen Treibhauseffekt, indem er Gase in die Atmosphäre gelangen lässt, die den Glasscheibeneffekt verstärken. Die wichtigsten menschengemachten Gase sind Kohlendioxyd, Methan und Distickstoffoxyd. Die Atmosphäre wird undurchlässiger für Strahlung, es bleibt mehr Wärme auf der Erde. Das Ozonloch hat damit nichts zu tun. Denn dabei handelt es sich um das Phänomen, dass Flurkohlenwasserstoffe das Ozon, welches die ultraviolette Strahlung abhält, in der hohen Atmosphäre abbauen. Dieses Loch in der Ozonschicht lässt mehr Strahlung durch - in beide Richtungen.

Wie groß der Einfluss der menschengemachten Treibhausgase ist, ist umstritten. Genaue Prognosen fallen schwer. Viele Faktoren beeinflussen die Atmosphäre. Sonnenaktivität und Ozeane wechselwirken mit ihr. Viele Prozesse sind der Wissenschaft in ihrem vollen Umfang nicht bekannt. Zudem gibt es auch Prozesse, die das atmosphärische Gleichgewicht halten können. So trägt die Erwärmung beispielsweise dazu bei, dass mehr Wasser verdampft. Mehr Wolken entstehen und halten mehr Strahlung ab, kompensieren den Effekt also zum Teil. Klar ist jedoch, dass die Erdatmosphäre sich zur Zeit erwärmt. Und ein Grund dafür ist der höhere Anteil der Treibhausgase in der Atmosphäre.

Warum wird es auf der Erde wärmer?

Weitere Gründe für die globale Erwärmung oder Klimaerwärmung könnten aber auch Schwankungen in der Stellung der Erdachse und damit verbundene Unterschiede der Sonneneinstrahlung sein. Änderungen im Klima wie der Wechsel zwischen Eiszeiten und Warmzeiten hat es immer gegeben. Der Rhythmus der natürlichen Klimaschwankungen in den letzten Jahrtausenden betrug etwa ein Grad Celsius pro Jahrtausend. Einige Wissenschaftler behaupten außerdem, dass eine Änderung der Sonnenaktivität mit Sonnenwind und kosmischer Strahlung eine Klimaverschiebung mit sich bringen könnten. Das Max-Planck-Institut für Meteorologie hat aber einen Einfluss der Sonnenwinde auf den Treibhauseffekt als unwahrscheinlich bezeichnet.

Allgemein halten Fachleute den Menschen für den Urheber des Temperaturanstiegs. Eine Tatsache, die dafür spricht, ist die Zunahme der Konzentration des Treibhausgases Kohlendioxyd in der Erdatmosphäre. Bohrungen in Gletschern ergaben, dass der Kohlendioxydgehalt seit dem Ende der letzten Eiszeit vor 10.000 Jahren relativ stabil war. In den vergangenen 200 Jahren, seit Beginn der Industrialisierung, ist der Kohlendioxydgehalt der Luft um rund 29 Prozent gewachsen.

Jede Erwärmungsprognose, die nur auf Kohlendioxyd beruht, kann nicht mehr als eine grobe Schätzung sein. Andere Gase tragen trotz viel geringerer Konzentrationen viel mehr zum Treibhauseffekt bei. Aber fast alle Prognosen gehen von einer Erwärmung allein wegen des gestiegenen Kohlendioxydgehalts in der Luft aus. Die Schätzungen variieren zwischen einem halben und fünf Grad Temperaturanstieg zwischen 2000 und 2010. Vorbote dieser Entwicklung könnte der Anstieg der weltweiten Durchschnitttemperatur zwischen 1860 und 1990 um etwa 0,7 Grad sein.

Von Cornelia Pretzer
FAZ.NET


CO2-SPEICHER MEER, Klimawandel verstärkt sich selbst
Die südlichen Weltmeere haben in den vergangenen Jahren immer weniger Kohlendioxid aufgenommen: Grund dafür sind immer stärkere Winde. Schuld daran ist nach Meinung eines internationalen Forscherteams der Mensch.

Eigentlich sollte es genau umgekehrt sein: Weil die CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre zunimmt - nicht zuletzt wegen der Emissionen durch Industrie und Verkehr - sollte auch der Ozean mehr CO2 aufnehmen. Die Weltmeere gehören neben Wäldern zu den effektivsten Kohlendioxid-Schluckern unseres Planeten.

Pazifik: Abgeschwächte CO2-Aufnahmekapazität der Meere beobachtet

Bislang haben diese sogenannten natürlichen Senken die Hälfte des menschengemachten CO2 aufgenommen und damit die Erderwärmung deutlich gebremst. Nun aber verliert zumindest im Südlichen Ozean rund um die Antarktis dieser segensreiche Prozess an Schwung - statt mehr wird immer weniger CO2 im Meer gebunden.

"Seit 1981 hat der Südliche Ozean weniger Kohlendioxid aufgenommen - fünf bis dreißig Prozent weniger pro Jahrzehnt - als Forscher vorhergesagt hatten", schreiben die Wissenschaftler um Corinne Le Quéré und Martin Heimann vom Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena im Wissenschaftsmagazin "Science".

Die Abschwächung sei auf zunehmende Winde in der Region zurückzuführen, die seit 1958 beobachtet werden. Durch die Winde würden tiefere, kohlendioxidreiche Wasserschichten an die Oberfläche gewirbelt, die dann Kohlendioxid in bestimmten Fällen sogar abgäben, erläuterte Heimann. Verursacht würden die immer stärkeren Winde durch den Menschen. "Man sieht, dass die Rückkopplung des Klimawandels in der Tat existiert", sagte Heimannderen

Ein anderes Forscherteam hatte schon vor einigen Jahren die These formuliert, dass die Veränderungen in den Winden über dem Südlichen Ozean eine Folge der Ozon-Reduktion in der Stratosphäre in 10 bis 50 Kilometern sein könnten. Auch Veränderungen der Oberflächentemperatur könnten eine Rolle spielen - eine Folge des Klimawandels.

Aktuelle Klimamodelle sagen eine weitere Verstärkung dieser Winde im Verlauf des 21. Jahrhunderts voraus. Die Forscher nehmen deshalb an, dass der Südliche Ozean in den kommenden 25 Jahren immer weniger Kohlendioxid aufnehmen wird. Dies werde die CO2-Konzentration in der Atmosphäre auf Jahrhunderte hinaus beeinflussen, schreiben sie. Insgesamt hatten die Wissenschaftler Daten von elf Stationen im Südlichen Ozean und 40 Stationen an anderen Stellen ausgewertet.

cis/dpa
SPIEGEL-ONLINE


 

 

UKW3 2006-2007
Info@UKW3.net